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Fachlicher Austausch über Infrastrukturen und Methoden für die medizinische Forschung ist weiter nötig

130 Teilnehmer diskutierten beim 3. TMF-Jahreskongress in Münster über die weitere Entwicklung der medizinischen Verbundforschung

06.04.2011. Medizinische Forscher, die in Verbundprojekten Biobanken, Datensammlungen oder gemeinsame IT-Infrastrukturen aufbauen, benötigen auch weiterhin den fachlichen Austausch untereinander und die Unterstützung durch eine Institution wie die TMF. Dies machten die Diskussionen und Gespräche des diesjährigen Jahreskongresses erneut deutlich, der am 31. März und 1. April Münster stattfand. Unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Ückert waren im Schloss der Universität Münster rund 130 Forscher zusammengekommen.

Seine Vision für die Nutzung von Daten aus medizinischen Informationssystemen für die Forschung stellte Prof. Dr. Björn Bergh (Universitätsklinikum Heidelberg) in seiner Keynote zu Beginn des Kongresses vor. Aufgrund der Heterogenität der Systeme und Formate seien bisher lediglich 10 Prozent der Daten nutzbar. Der Status in Deutschland sei unbefriedigend. Er empfiehlt, alternative Modelle zu probieren, Evidenz zu schaffen und von anderen zu lernen. Insbesondere sollten die bestehenden Standards von mehr Anwendern systematisch eingesetzt werden.

Der erste Kongresstag stand anschließend ganz im Zeichen der medizinischen Verbundforschung. Kontrovers diskutiert wurden die aktuellen Entwicklungen mit Fördermaßnahmen des BMBF wie den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, den Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren oder der Nationalen Biobanken-Initiative. Die TMF bietet diesen neuen Verbundstrukturen einen großen Fundus an Erfahrung und Hilfestellungen an, die dazu beitragen können, Doppelarbeiten und bereits früher gemachte Fehlentwicklungen zu vermeiden. Vertreter des TMF-Vorstands machten in der Diskussion noch einmal sehr deutlich, dass die Forscher, die sich in der gemeinsamen Arbeit unter dem Dach der TMF beteiligen und engagieren, nur der Diskussion und der Konsensbildung untereinander verpflichtet sind. Als Beispiele für aktuelle medizinische Verbundprojekte und TMF-Mitglieder, stellten sich acht Forschungsnetze aus Münster vor.

Mit der Vorstellung des Health Cloud-Projektes, an dem die TMF beteiligt ist und das vom BMWi gefördert wird, sowie einer Evening Lecture von Prof. Dr. Karl Überla, ehemaliges Vorstandsmitglied der TMF, endete das Programm des ersten Tages. Die Gespräche wurden bei den anschließenden Stadtrundgängen und beim gemeinsamen Abendessen fortgeführt.

Zunehmend relevanter wird die Systembiologie auch für die medizinische Forschung. Prof. Dr. Maik Kschischo (Koblenz), der eigens von einem Forschungsaufenthalt in London angereist war, stellte in der Eröffnungs-Keynote am zweiten Tag vor, wozu Systembiologie im Zusammenhang mit medizinischen Forschungsfragen dient, welche Bedeutung mathematische Modelle haben und wo Probleme des Datenmanagements auch Themenfelder der TMF berühren. Viele Fragen in diesem Feld seien noch ungelöst auch gebe es bisher keine zentrale Institution die diese Fragen bündele, so dass die TMF hier längerfristig vielleicht eine sinnvolle Aufgabe übernehmen könnte.

In der folgenden Session zum Thema "individualisierte Medizin" wurde deutlich, dass das Wissen aus der Genomforschung zunehmend therapierelevant wird. So gebe es zum Beispiel mittlerweile auf den Beipackzetteln zu einigen Medikamenten - insbesondere wenn sie mit schweren Nebenwirkungen einhergehen können - den Hinweis, dass zunächst eine genetische Analyse vorgenommen werden sollte. Dies berichtete Prof. Dr. Winfried Siffert aus Essen. Wenn der Test zeige, dass das Medikament bei einem Patienten aufgrund der genetischen Disposition ohnehin nicht wirken werde, so sollte bei diesem Patienten auf die Gabe dieses Medikaments und die Gefahr der Nebenwirkungen verzichtet werden.

Den inhaltlichen Abschluss des Kongresses bildeten die Empfehlungen der TMF zur elektronischen Archivierung von Patientenakten in Kliniken. Dass diese möglich ist, berichteten Sebastian C. Semler und Mathias Freudigmann (beide TMF-Geschäftsstelle) auf Basis von Ergebnissen aus einem mehrjährigen Projekt der TMF sowie eines Beratungsauftrages, bei dem sie die Prozesse des digitalen Krankenhausarchivs eines deutschen Universitätsklinikums im Hinblick auf GCP-Konformität analysiert und das Klinikum bei der Vorbereitung und Durchführung eines Audits begleitet hatten, das im Januar 2011 erfolgreich durchgeführt wurde.

  1. Download der Vortragsfolien
  2. Programmflyer als Download

  

Fotos

 

Prof. Dr. Ulrich R. Fölsch, Vorsitzender der TMF seit vielen Jahren, begrüßte die Teilnehmer und dankte den Münsteraner Gastgebern für die Einladung.
    

 

Kongresspräsident Prof. Dr. Frank Ückert führte in das Tagungsprogramm ein. 

 

Prof. Dr. Peter Wieacker, Prodekan für Forschung der Medizinischen Fakultät der Universität Münster, betonte, dass medizinische Forschung heute zunehmend interdisziplinär und über verschiedene Standorte hinweg geschehe. Vor diesem Hintergrund sei die Arbeit der TMF sehr wichtig.
  

 

Dr. Angela Lindner, seit Herbst 2010 Referatsleiterin Gesundheitsforschung im BMBF, stellte sich mit ihrer Begrüßung auch einem größeren Kreis von Forschern vor.
   

 

Prof. Dr. Björn Bergh, Universitätsklinikum Heidelberg, zeigte Wege und Visionen auf, wie Daten aus den Systemen der medizinischen Versorgung künftig besser auch für die Forschung genutzt werden könnten.
    

 

In ihrem Vortrag stellte Dr. Angela Lindner das aktuelle Gesundheitsforschungsprogramm des BMBF vor.
  

 

Prof. Dr. Bitter-Suermann, Präsident der MHH und Vorsitzender des medizinischen Fakultätentages, stellte pointierte Fragen zur aktuellen Entwicklung der medizinischen Verbundforschung. 
  

 

Aus dem Publikum gab es anschließend zahlreiche Diskussionsbeiträge. 
  

 

Vertreter der verschiedenen Verbundfördermaßnahmen erläuterten den jeweiligen Grundgedanken und die spezifischen Schwierigkeiten. V.l.n.r., oben: Prof. Dr. Rudolf Kaaks (Nationale Kohorte), Prof. Dr. Michael Krawczak (Nationale Biobanken-Initiative), Dr. Jens Steinbrink (Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren); unten: Prof. Dr. Björn Bergh (Gesundheitsregionen der Zukunft), Prof. Dr. Ulrich R. Fölsch (Kompetenznetze in der Medizin). 
  

 

Prof. Dr. Frank Ückert führte in die "Münster-Session" ein. Er selbst ist mit seiner Projektgruppe an mehreren Netzwerken für Seltene Erkrankungen beteiligt.
   

 

Prof. Dr. Heinz Wiendl, Kompetenznetz Multiple Sklerose
   

 

Prof. Dr. Stephan Ludwig, FluResearchNet und Nationale Forschungsplattform für Zoonosen

  

Dr. Robin Köck, Verbund MedVet-Staph
   

 

Prof. Dr. Dag Harmsen, Verbund FBI-Zoo
   

 

Dr. Thomas Weiß, Komptenznetz Vorhofflimmern
  

 

Prof. Dr. Volker Arolt, Netzwerk Panikstörungen
    

 

Dr. Jürgen Grebe, ZKS Münster
    

 

Prof. Dr. Heribert Jürgens, TranSaRNet
   

 

Dr. Philipp Daumke, Freiburg, stellte als Konsortialführer das BMWI-geförderte Health Cloud-Projekt vor.
    

 

Mit der Evening Lecture von Prof. Dr. Karl Überla endete das Programm des ersten Kongresstages.
    

 

Prof. Dr. Maik Kschischo, Koblenz, gab wichtige Impulse für die künftigen Aktivitäten der TMF auf dem Gebiet der Systembiologie.
    

 

Prof. Dr. Rudolf Kaaks, Heidelberg, berichtete darüber, welchen Nutzen die Ergebnisse der Nationalen Kohorte für die medizinische Versorgung haben sollen.
 

 

Prof. Dr. Markus Nöthen, Bonn, stellte dar, welche Chancen die Aufklärung genetischer Faktoren bei der Ursachenforschung und Prädiktion von Erkrankungen bietet.
  

 

Fachliche Diskussionen beschränkten sich nicht auf den Hörsaal.
    

 

Über die Arbeitsgruppen der TMF hinweg und darüber hinaus netzwerken zu können - dies ist eines der Anliegen des TMF-Jahreskongresses.
  


 

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